Recht, Gesetz, Verordnung & Leitfaden - 4

 

 

Auf diesen Seiten finden Sie Verordnungen und Gesetze zu Autolärm, Freizeitlärm, Nachbarschaftslärm
und zu vielerlei anderen Arten vermeidbarer Zwangsbeschallung
sowie
den
„Leitfaden zum Lärm“ der Akustik-Aktivistin Ute Becker - artAkus.

 

Urheberrechte und Copyrights der Fremdtexte liegen bei den Verfassern.
Für ihren Leitfaden hebt die Autorin Ute Becker im Falle des privaten Gebrauchs das Copyright auf.

 

 

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DINorm

Nils Tumat -
Rechtsanwalt, Oberstaatsanwalt a. D.

Deutscher Mieterbund

Ute Becker

FLUGS – Fachinformationsdienst
Lebenswissenschaften,
Umwelt und Gesundheit

Umweltbundesamt
Fachgebiet I 3.3

Lärmminderung im Verkehr

Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm

Freizeitlärm

Hausordnung

Leitfaden
zum Lärm

Lärm: Krach,
der uns krank macht

Der überlaute Betrieb von Audioanlagen in KfZ

 

 

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(Das folgende Nachschlagewerk, begonnen im Jahre 1992, wird von der Autorin laufend überarbeitet. Im Falle des Interesses an der neuesten Version treten Sie bitte über das Postfach mit ihr in Verbindung.)

 

 

Lärm vom Menschen gegen den Menschen – ein Nachschlagewerk

Ute Becker

 

0. Vorwort

The General Assembly Of The International Council der UNESCO verabschiedete im Oktober 1969 in Paris eine Resolution:

"Wir verurteilen einstimmig die unerträgliche Ver­letzung der individuellen Freiheit und des Rechts eines jeden auf Ruhe, angesichts des Mißbrauchs aufge­zeichneter oder übertragener Musik an privaten und öffentlichen Orten.

Wir fordern den Vorstand auf, eine Untersuchung aus allen Perspektiven einzuleiten - wie aus medizinischer, wissen­schaftlicher und juristischer Perspektive - ohne die künstlerische und erzie­herischen Aspekte außer acht zu lassen, mit dem Ziel, der UNESCO geeignete Maßnahmen vor­zuschlagen, um diesem Mißbrauch ein Ende zu bereiten."

 

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Artikel 13 (1):

"Die Wohnung ist unverletzlich."

 

Das Umweltmagazin GLOBUS forderte in seiner Sendung vom 21.5.97 das Recht des Einzelnen auf Ruhe als Grund­recht ein.

 

"Den Menschen vor Lärm zu schützen, ist zum wichtigen Gebot verantwortlicher Umweltpolitik geworden" ... BMU, März 1990

 

In der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) heißt es: "Lärm ist Schall (Geräusch), der Nach­barn oder Dritte stören (gefährden, erheblich benachteiligen oder erheblich belästigen) kann oder stören würde."

 

Hehre Worte hören wir. Wir Menschen scheinen uns ausreichend vor Lärm schützen zu kön­nen, und den­noch rangiert die akustische Umweltverschmutzung unter allen menschgemachten Schadstoffen an erster Stelle. Es scheint geraten, sich mit dem Phänomen "Lärm" auseinanderzu­setzen. Ich wünsche mir, daß meine vorlie­gende Arbeit zur Klärung des Phänomene "Schall und Lärm", die unseren Alltag in so ungeahnter Weise bestimmen, beiträgt. Sie ist eine Sammlung fremder und eigener Erkenntnisse. Um begriffliche Verwirrungen zu ver­meiden, schicke ich Definitionen voraus:

 

1. Definitionen

Schall

Jeder sich bewegende Gegenstand setzt das ihn umgebende Medium in Schwingungen. Die me­chanische Erre­gung einer Schallquelle, die in Schwingung gerät, ist ein Schallereignis. Der äu­ßere Anlaß für ein Schall­ereignis ist der Impuls. Die Schwingungen, bzw. Druckschwankungen, breiten sich kugelförmig in elastischen Schallmedien (Luft, Wasser, Festkörper) aus. Die Druck­schwankungen der Moleküle des Mediums sind von einem Sensor als Schall­druck wahrnehmbar. So gibt es Luft-, Körper-, Wasserschall etc. Jede Druckschwan­kung des Mediums ist ein Schall­ereignis, aber nicht alle sind wahrnehmbar für das menschliche Ohr.

 

Schall ist Unruhe der Moleküle, ein "Wellen"phänomen, das sich in der Häufigkeit der Schwin­gungen pro Sekunde (Frequenz) und der Stärke der Druckschwankungen (Schalldruck) unter­scheidet. Die Frequenz bestimmt die Tonhöhe eines Schallereignisses, der Schalldruck die Laut­stärke.

 

Frequenz -> Tonhöhe

Die physikalische Einheit für Frequenz, die Häufigkeit der Schwingung/Sekunde, ist Hertz (Hz). Je häufiger die Fre­quenz eines Schallereignisses ist, desto höher ist wird sein Ton empfunden und umgekehrt. Hohe Fre­quenzen werden von den Medien eher absorbiert als nie­drige. Die Schall­frequenz ist abhängig von der Impuls­frequenz.

 

Schalldruck -> Lautstärke

Die physikalische Einheit für Schalldruck ist Pascal (Pa) = N/m¨. Die unterste Grenze, die über­schritten wer­den muß, um ein Schallereignis festzustellen, ist der Bezugsschalldruck: p0 = 2 x 10-5 N/m¨. Druck ist Kraft/Fläche.

Für p0 ist der Schalldruck-Pegel = 0 dB, was dem relativen Schalldruck-Wert 1 entspricht.

Je stärker ein Medium angeschlagen wird, je größer Luftdruckschwankungen sind, als desto lau­ter werden Schall­ereignisse empfunden.

Schalldruckschwankungen der Luft betragen im Sprechbereich weniger als ein Millionstel des Luftdrucks.

 

Phon

ist ein Maß für die Stärke (Amplitude) einer Schwingung, also nur ein Maß für die Lautstärke des Schallereignisses.

 

Schalldruckpegel

ist das Maß für die Immission, die Stärke eines Schallereignisses. Der Schalldruckpegel wird in der Akustik (Schallehre) in Dezibel (dB) angegeben: Der relative Wert 1 steht dabei für die mensch­liche Hörschwelle, der Wert 1012 (= 10 Bio) für die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs.

Sowohl die Hör- als auch die Schmerzschwelle sind abhängig von der Frequenz eines Schaller­eignisses. Das Ohr nimmt nicht alle Frequenzen gleich laut wahr. Die fre­quenzabhängige Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs wurde durch die international angewandte Kurve "A" berücksichtigt, so daß Pegelwerte nach dieser Kurve in dB(A) angegeben sind.

 

Dezibel, dB

dB        Bezeichnung für die Höhe eines Geräuschpegels

dB(A)    Bezeichnung des A-bewerteten Geräuschpegels

dB ist die logarithmisch aufgebaute Rechenvorschrift zur Bestimmung von Schallpegeln (Geräuschpegeln). 1 dB = 0,1 Bel:

p          = effektiver Schalldruck (Pa = N/m¨)
p0         = Bezugsschalldruck: 2 x 10-5 N/m¨
L          = Schalldruck-Pegel in dB

N          = effektive Schalleistung (W = J/s)

N0         = Bezugsschalleistung: 1 x 10-12 Watt

LW        = Schalleistungs-Pegel in dB

I           = Schallintensität in W/m¨
I0          = Bezugsschallintensität: 1 x 10-12 W/m¨
LM        = Lärm-Mittelungspegel

Formeln:           L          = 20 x lg p/p0 dB
                        L          = 10 x lg I/I0 dB
                        L          = 10 x lg N/N0 dB

Erläuterung zur Dezibel-Skala

+           3 dB(A)           = Verdoppelung der Schallereignisse

+           6 dB(A)           = Vervierfachung der Schallereignisse

+          10 dB(A)          = Verzehnfachung der Schallereignisse; doppelte Lautstärke

--           3 dB(A)           = Halbierung der Schallereignisse

 

> Die Verdoppelung eines Schallereignisses wird vom menschlichen Ohr nicht als doppelt so laut, son­dern gerade noch wahrgenommen.

> Erst die Verzehnfachung eines Schallereignisses wird vom menschlichen Ohr als Verdoppe­lung der Laut­stärke wahrgenommen.

> Jeder Anstieg um 10 dB in der Dezibel-Skala bedeutet eine Verzehnfachung der Schallinten­sität, aber nur eine Verdoppelung der Lautstärke.

> Eine Verdoppelung der Lautstärke setzt eine Verzehnfachung der Schallereignisse voraus:

 

Beispiel:

1 Auto              = 70 dB

2 Autos = 73 dB            (den Unterschied von + 3 dB nimmt das Ohr deutlich wahr)

10 Autos           = 80 dB            (den Unterschied von + 10 dB nimmt das Ohr als doppelt so laut wahr)

 

Schalldruckpegel bekannter Geräusche

(0/10 dB                                   Hörschwelle, Meßschwelle)

10 dB                                       "ruhig"; normales Atmen

20 dB                                       Blätterrauschen

20/30 dB                                   "leise"; ruhiges Zimmer, Flüstern, Uhrenticken

30/40 dB                                   Schnurren einer Katze (um die 400 Hertz/sec)

40/60 dB                                   normale Unterhaltung, lautes Blätterrauschen

40 dB                                       ruhige Wohnstraße nachts

50 dB                                       ruhige Wohnstraße tags

50/60 dB                                   "laut"; Bürogeräusch, Pkw

60 dB                                       Hauptverkehrsstraße nachts

60/70 dB                                   Meeresbrandung, Wasserfall

70 dB                                       lautes Reden

75 dB                                       Rufen, Schreien

80 dB                                       hochbelastete Autobahn tags

70/90 dB                                   PKWs im Stadtverkehr

80/90 dB                                   Arbeitslärm in der Fabrikhalle

80/90 dB                                   LKWs im Stadtverkehr

90 dB                                       Kreissäge und Moped

90/110 dB                                 "unerträglich"; walkman-Musik

100 dB                          Sägewerk, manipuliertes Fahrzeug

110/130 dB                               Rockkonzert, Disco

112 dB                          Gewitter

120 dB                          "schmerzhaft"; Martinshorn, Probelauf von Düsenflugzeugen

(130 dB                         Schmerzgrenze)

145 dB                          startender Düsenjet

 

Schallleistung

ist die pro Zeiteinheit abgestrahlte Schallenergie einer Schallquelle. Die physikalische Einheit ist Watt (W) = J/s.
Die geringste nachweisbare Schalleistung wurde als Bezugsschalleistung festgelegt bei:
N0 = 10-12 W.
Für N0 ist der Schalleistungs-Pegel = 0 dB, was dem relativen Schalleistungs-Wert 1 entspricht.

 

Schalleistungspegel

ist das Maß für die Emission einer Schallquelle.

 

Schallintensität -> Schallstärke

ist die pro Zeiteinheit durch eine senkrecht zur Wellenausbreitung stehende Flächeneinheit
(A = 1.0 m¨) durchfließende Schallenergie (-leistung): I = W/m¨.

Hohe Töne sind schallintensiv.

 

Schallausbreitungsgeschwindigkeit

Schall pflanzt sich mit folgenden Geschwindigkeiten fort:

Luft:                                                      340 m/sec

Wasser:                                               880 m/sec

Körper:                                     variabel

Diese Zahlen gelten bei normalem Luftdruck und normaler Temperatur.

Schall ist - über Wasser getragen - bis zu 20 km zu hören. Das tieffrequente Nebelhorn folgt sogar der Krüm­mung der Erde.

 

Schalldämmung und Schalldämpfung

Erschöpfende Beschreibungen finden Sie in den Unterlagen der Umweltorganisationen definiert

Schalldämmung: Schallenergie wird reflektiert.

Schalldämpfung: Schallenergie wird durch Absorption verringert.

 

Infraschall

ist der vom menschlichen Gehör nicht mehr hörbare tieffrequente Schall unter 20 Hertz. Wenige Menschen haben die Fähigkeit, sogar Infraschall zu hören.

Der Elefantenrüssel besteht aus 60.000 Muskeln. Mit ihm kommuniziert der Elefant über Infraschall mit der Herde.

 

Erschütterungen

Erschütterungen, Beben u.ä. sind starker, tieffrequenter Schall, der vom menschlichen Körper wenn auch nicht gehört, so doch gefühlt werden kann.

Tiefe, starke Schallfrequenzen sind als mechanische Erschütterungen für den Menschen schädlich, für einen Fötus u.U. gefährlich.

 

Geräusch

ist eine unperiodische Schwingung (Ton: periodisch) und hat keine exakt bestimmbare Tonhöhe. Geräusch ist ein Schallereignis, das sich aus mehreren Frequenzanteilen mit unterschiedlicher Stärke zusammensetzt. Zahl­reiche Geräusche sind einfach Abfallprodukte von Maschinen.

 

Geräuschgrenzwerte

siehe Broschüre "Luftreinhaltung - Lärmbekämpfung", BMU, S. 139

 

Stille

definiert sich in erster Linie durch die Abwesenheit von "Lärm", in dem Sinne der Definition von Lärm als unerwünschtem Schall. Auch setzt "Stille" einen geringen Geräuschpegel voraus. Es ist aber Faktum, daß auch laute Naturgeräusche wie Meeresrauschen und Tiergeräusche noch als "Stille" empfunden werden können. Mönche können selbst in unmittelbarer Nähe von Wasserfällen meditieren.

So subjektiv wie "Lärm" empfunden wird, so subjektiv kann also auch "Stille" definiert werden. Allgemein wird die "Abwesenheit von menschgemachten technischen Geräuschen und Freizeitlärm" als Stille empfunden.

 

Stille ist auf keinen Fall gleich Schallosigkeit, denn Materie ist Bewegung und Bewegung ist Schall. Im künst­lich hergestellten schalltoten Raum hören wir immer noch die Schallereignisse unseres Körpers: das Rauschen unseres Blutes, unseren Herzschlag, das Magengrollen, den Tin­nitus ...

 

Musik

ist eine menschliche Äußerung, die in engem Zusammenhang mit der Veränderung der menschli­chen Gesell­schaft zu unterschiedlichsten Formen und Ergebnissen führt. Wie Musik Ausdruck ih­rer Zeit ist, sind Laut­stärke, starke Bässe und Disharmonien in der modernen Musik ein Spiegel­bild unserer Industriegesellschaft.

 

MUZAG

ist eine Musikkonserve zur funktionellen Musikübertragung und non-stop-Berieselung mit dem Ziel der Ver­haltensänderung bei Konsumenten im weitesten Sinne.

 

Beat

sind Musikrhythmen, Rhythmusschläge pro Minute:

00 - 40                                                                          Ambiente

50 - 60                                                                          Deep soul

80 - 90                                                                          Hip Hop, Funk

100                                                                               Reggae

100 - 110                                                                      Disco

110 - 130                                                                      Punk

120 - 140                                                                      House

130 - 150                                                                      Tekkno

150 - 160                                                                      Jungle

170 - 250                                                                      Thrash Metal

300 - 400                                                                      Love Parade

 

Zimmerlautstärke

ist in der Praxis ein nach Belieben der Lärmverursacher ausgelegter Begriff. Sie glauben über die akustische Situation der Betroffenen urteilen zu können. Der Bock macht sich zum Gärtner. Genauso einseitig werden von Technokraten 65 dB (beim Verursacher) als sogenannte "Zimmerlautstärke" von Beschallungsanlagen genannt, was grundsätzlich zu verfälsch­ten Ergebnissen für den Betroffenen führt, wurde doch nicht berück­sicht, daß Schall durch Dielenfußböden, Fensterscheiben, Außengeräusche verstärkt beim Betroffenen ankom­men noch anderes mehr.

 

In einem Urteil des LG Berlin vom 19.10.87 - 13 0 2/87 - steht aber über "Zimmerlautstärke":

"... Der Begriff der Zimmerlautstärke ist allerdings nicht so eng aufzufassen, daß ein Geräusch nur in dem Raum, in welchem es verursacht wird, gehört werden kann und darf. Er ist entgegen seinem reinen Wortsinn vielmehr dahin­gehend auszulegen, daß ein Geräusch außerhalb einer geschlossenen Wohnung, insbesondere in den Räumen oberhalb und unterhalb der Geräuschquelle, nicht mehr oder zumindest kaum noch wahrnehmbar sein soll (Landgericht Berlin, WM 63,153; Landgericht Frankfurt, WM 60,118).

Aus dieser Definition ergibt sich, daß es für die Feststelung einer erheblichen Lärmbelästigung dort, wo auf­grund der Regulierbarkeit der Geräuschquelle die Einhaltung der Zimmerlautstärke verlangt werden kann, nicht notwendig der Angabe von angeblich überschrittenen DIN-Phon-Werten durch den Kläger bedarf. Ob Geräusche die Grenze des "kaum Wahrnehmbaren" überschreiten, kann dem Gericht auch auf anderem Wege, insbesondere durch Zeugen­beweis, nahegebracht werden. ..."

 

Zumutbarkeit/Vermeidbarkeit von Schallereignissen

In der Lärmschutzverordnung wird sinnvollerweise zwischen "zumutbarem" und "unzumutbarem" sowie zwi­schen "vermeidbarem" und "unvermeidbarem" Lärm unterschieden. In der Regel be­reitet der vermeidbare Lärm den Ärger, der Menschen erkranken läßt. Auf die weitere Unterscheidung wird im laufenden Text eingegangen.

 

Lärm-Emission

Sind die von einer Quelle ausgehenden Geräusche.

 

Lärm-Immission

Ist die auf den Menschen (Sensor) einwirkende Gesamtheit der Geräusche zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort -> Lärmmittelungspegel (s. S.2).

 

 

2. Was ist "Lärm"?

Lärm in der Definition der Akustik und Lärmforschung

Lärm ist unerwünschter, deshalb störender, belästigender oder gar gefährlicher Schall. Lärm ist kein phy­sikalischer, sondern ein subjektiver und psy­chischer Begriff: die Betroffenen bewerten, ob Geräu­sche Lärm darstellen oder nicht. Objektiv meßbar sind dement­sprechend nur die auftretenden Ge­räusche, das objektive Schallereignis

Geräusche wirken auf einen Menschen, der sich in einem geistigen Arbeitsprozeß befindet, schneller störend und erheblich störender als auf einen Menschen mit gängigen Tätigkeiten.

Lärm verhält sich zu Geräusch wie Gestank zu Geruch.

 

Störende Geräusche : geistige Arbeit ...

 

Lärm in der Geschichte

Das Ohr evolutionierte sich entsprechend der Tatsache, daß alle Materie schwingt, alle molekula­ren Bewegun­gen Geräusche verursachen und diese Geräusche ihre spezifischen Bedeutungen ha­ben. Jeder Organismus braucht Geräuschreize, stehen sie doch als Signal dafür, das Bewegung - Leben - in der Welt ist, nicht Still­stand - Tod. Absolute Stille, verbunden mit Dunkelheit, wäre Folter, die zum Tod führen würde.

 

Das Ohr des Menschen kann bei weitem nicht alle Geräusche und deren Bedeutungen wahrneh­men. Viele Tiere sind ihm überlegen. Zum Überleben seiner Spezies hat aber offensichtlich das Frequenzsprektrum zwi­schen 20 und 20 000 Hz ausgereicht. Aber die Schallintensität - laut, leise - ist ein nicht minder wichtiger Bestandteil zum "Verständnis" eines Geräusches. Intensivität eines Schallereignis intensiviert das Erlebnis des­selben. Ein lauter tiefer Ton wirkt noch bedrohlicher als ein leiser, ein lauter hochfrequenter Ton schmerzt noch mehr als ein leiser.

 

Während langer Zeitspannen kannte der Mensch, neben seinen eigenen sozialen Geräuschen Laut­stärke als Zeichen der von Taburäumen oder Bedrohung der Mitwelt (Donner, Sturm, Flut, Blitz, Wasserfall, Trampeln der Herden, Gebrüll, Wolfsgeheul). Mit dem Ende der Bedrohung endete in der Regel auch die Lautstärke. Früh stand "Lautstärke" für Bedrohung, Angst und Le­bensgefahr.

 

Wie in der Tierwelt dienten auch in der menschlichen Gemeinschaft laute Verhaltensweisen, um Aufmerksam­keit zu erregen. Mutter und Kleinkind entwickelten schrille Stimmen, mit denen sie sich zur Not über weite Entfernungen erhören konnten. Die Klageweiber stachelten mit ihrem Kreischen die Vergeltungswut der Män­ner zu evozieren. Der Patriarch "donnerte" seine Autorität über die Sippe.

 

Einerseits vertrieb der Mensch die Bedrohung mit Dagegen-Anlärmen durch Zusammenrotten, Schreien, Rhythmus­schlagen, Tänze. (Man sagt, die afrikanische Nacht soll laut sein. Mögli­cherweise hat deshalb für den afrikanischen Menschen Rhythmus, Gesang und Tanz den hohen Stellenwert.) Noch heute machen uns die Geräusche der Natur­gewalten Angst. Der Mensch wurde mehr Mensch, indem er lernte, diese Gefahren zu bannen. Aber Ohr und vege­tatives Ner­vensystem veränderten sich nicht mehr. Das Ohr steht noch heute in "hab-acht-Stellung" und der Körper reagiert noch heute mit streßabwehr.

 

Andererseits lernte der Mensch die Produktion eigener Lautstärke in ihrer bedrohlichen Bedeu­tung als Machtinstru­ment erkennen. Er eignete sich Lautstärke bewußt an, um Macht über Mit­menschen, Mitwelt und Dämonen zu demonstrieren. Wer Macht ausüben will, stört und unter­drückt bewußt die Mitwelt. Menschge­machte Lautstärke wurde Absicht und der Begriff "Lärm" in seiner Bedeutung als unerwünschter Schall dürfte geboren worden sein. Noch heute bedienen sich Diktatoren der Lautstärke, um ihre Macht zu demonstrieren. Lärm aber auch als Folter­instrument, Tod durch Lärm, eine qualvolle Todesart, wie die Chinesen schon wuß­ten. Auch die Israelis foltern Gefangene mit extrem lauter Musik neben Schlafentzug und dem Sack überm Kopf, wie aus einem Bericht von "ai" hervorgeht (lt. Deutschlandfunk vom 31.12.97).

 

... Die Genfer Konferenz zur Verletzung der Menschenrechte stuft die zwangsweise Beschallung des Menschen mit lau­ter Musik als Folter ein. ...

 

Abgesehen davon, daß menschliche Ansammlungen an sich lautstark sind (siehe die Dezibelskala), entwickelte der Mensch zusätzlich durch Handwerk und Technik neue, "künstliche" Geräu­sche von hoher Intensität und langer Dauer, insbesondere seit der Metallverarbeitung. Der Schall des Kupferhammers" zum Beispiel wurde ohne weiteres 8 bis 12 Kilometer weit getragen - je nach Windrichtung, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Das Geräusch wurde zur Kommunikation zwischen den Dörfern benutzt.

 

In der Kriegsführung wurde das "Lärmen" immer stärker gegen den "Feind" eingesetzt: Lärm­truppen, Lärm als Waffe. Laut Bibel brachten die Halias-Posaunen von Jericho mit Schall Mauern zum Einstürzen. Das Schießpulver endlich er­möglicht ihm sogar das Konkurrie­ren mit dem Donner. Die moderne Kriegsführung benutzt den Lärm zur seelischen und nervli­chen Zermürbung des "Feindes", z.B. das Sturmgewehr, das Trommelfeuer, das außer der Don­nergewalt der Explosionen noch die Unerträglichkeit des andauernden Trommelns enthält, Bake­lit-Handgranaten, Flü­gelbomben, Stuck-Sirenen, Flak, Marschmusik, Lautsprecher­beschallung. Der vorläu­fige Gipfel des antropogenen Lärms sind schließlich Kernexplosionen unf Atom­bombe.

 

Das Wort "Lärm" kam über das Wort "Alarm" (Gefahrmeldung, Beunruhigung) aus dem italieni­schen "allarme", was von "alle arme" (zu den Waffen!) stammt in unsere Sprache. Das englische Wort für Lärm "noise" geht auf das latei­nische "nocere" = "schaden" zurück, so wie die Medizi­nische Bezeichnung "Noxe" = "Schaden". Wenn der Begriff "Lärm" offiziell auch als "unerwünschten Schall" definiert wird, der nicht zwangsläufig laut sein muß, wird er doch in der Alltagssprache synonym mit "Krach", "Lautsein" etc. ge­braucht.

 

Lärm im heutigen Alltag

Das Phänomen "Lärm" ist heute ein globales gesellschaftliches Problem. Lärm läßt sich heute leicht machen, und immer mehr Menschen und Maschinen machen ihn, wo­durch er allgegen­wärtig, permanent vorhan­den, unausweichlich ist - mit steigender Tendenz.

 

Zur Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs gesellt sich seine evolutionsgeschichtlich begrün­dete ständige Auf­nahmebereitschaft. Das Gehör wartet auf die Botschaft der auf es eindringenden Geräusche. Durch die Dominanz von Maschinengeräuschen sind wir aber kontinuierlich Lärm mit geringem Informationsgehalt aus­gesetzt. Wir müssen Geräusche konsumieren. Das Gehör regi­striert auch diesen Geräuschüberfluß mit hoher Redundanz als lästiges, unerwünschtes Abfall­produkt: "Lärm ist akustischer Müll".

 

Der Mensch selbst ist laut (Sportveranstaltungen) und die von ihm entwickelten und ge­brauchten Mittel (Explosionsmotoren) sind laut. Was sein "Lärmen" betrifft, hat der Mensch seine in Vor­zeiten notwendigen Verhal­tensweisen nicht den aktuellen Bedingungen entsprechend modifiziert. In Ballungsgebieten bedürfte es moderner Ver­haltensweisen. Der Mensch ist im Vergleich zu sei­nen technischen Errungenschaften ein Old­timer.

 

Derzeit gibt es zwar einen Trend zum Gebrauch von akustischen Instrumenten und zur privaten Hausmusik. Aber auch diese prinzipiell angenehme Entwicklung erfordert auch Rücksichtnahme auf die Zeitgenossen. Nicht jedes Instrument darf im Wohnbereich gespielt werden. Klaviere auf schwingenden Holzfußböden erfor­dern mindestens Dämpfer.

 

Der Mensch leidet also fast ausschließlich unter dem von ihm verursachten Lärm. Ein Donner macht Angst, ist aber kein Dauerlärm, der gesundheitliche Schäden hervorrufen könnte. Alle Schäden durch Lärm sind anthropogen. Insofern ist das Phänomen "Lärmbelästigung" immer auch ein psychosoziales Problem.

 

Lärm in der Zukunft

Die Zukunftsaussichten sind schlecht:

 

Der Grundgeräuschpegel, d. h. der konstant anwesende Geräuschpegel in einem Ballungsgebiet am Tage, hat sich im Mittel in den letzten 30 Jahren verdoppelt: Von 43 dB auf 50 dB verdoppelt. ...

Es ist zu befürchten, daß dieser Anstieg ebenfalls eine Beschleunigung erfährt. Eine Reduzierung scheint illu­sorisch: Um den Lärmpegel nur zu halbieren, müßte die Häufigkeit der Schallereignisse aber um das Zehn­fache reduziert werden.

 

> Manipulationen am Auspuff von Motor-Zweirädern können Lärmpegel von 100 dB(A) und mehr zur Folge haben. 200 000 großvolumige Cruiser kreuzen heute lauter als PkW die Straßen, Tendenz steigend.

> Bis zum Jahre 2010 soll sich der Straßenverkehr um 72 % erhöhen. Ab 50 Km/h dominiert das Roll­geräusch über das Geräusch des Explosionsmotors, so daß selbst Elektro- und Solarautos bei höheren Geschwindigkeiten keine akustische Entlastung brächten.

> LkWs werden durch Termingeschäfte zu rollenden Lagern. Auch ihre Zahl wird in den nächsten Jahren drastisch stei­gen, besonders im Zuge der Erweiterung der EU.

> Flugbewegungen nehmen entsprechend der Abnahme der Flugpreise zu.

 

Berlin ist schon heute eine der lautesten Städte Europas, die lauteste in Deutschland. Jedes Jahr gibt es in Berlin einen Lärmtoten. Zu Beginn dieses Jahrtausends wird die Hälfte der Menschen in Ballungsgebieten, Städten mit über 20 Mio Einwoh­nern leben. Es werden 80 % aller Menschen nicht gebraucht werden. Zurück­geworfen auf Nichtstun, Warten und Elend wird es in den Städten flächendeckend und um die Uhr aus Ton­wiedergabegeräte schallen.

 

In der BRD verbreiten rund um die Uhr ca. 180 Radiostationen 230 Programme, von denen die meisten monotone Rhythmen, dudelnde Klassik, hektische Nachrichten, gellende Sportberichterstattung ausstrahlen. 20 % bundesdeut­scher Radiohörer befürworten die Etablierung der RockRadios. Rock wird mit lautem sound konsumiert von einer Jugend, die zu großen Teilen schwerhörig ist!

 

Letzte Inseln der Ruhe in Stadt und Natur werden durch Besiedlung und/oder Tourismus zerstört werden. Selbst Gotteshäuser öffnen mit "Sacropop" dem Zeitgeist ihre Türen. Die "Victory Albridge"-Gemeinde bringt ehemaligen Drogenabhängigen Gottes message mit der Droge "Lautstärke" bei: Hip-Hop-Musik und junge Mütter mit ihren Kin­dern vor dröhnenden Lautsprechern.

 

Das Problem ist seit einem Jahrhundert und in Zukunft nicht die natürliche Lautstärke. Mit ihr ist der Mensch aufge­wachsen. Das Problem ist die Verstärkung von Schallereignissen und deren erdumspannende Vervielfäl­tigung. Es wird in den Ballungsgebieten rund um die Uhr schallen, auf der Straße, aus der Ampel, aus den Automaten, in der Bahn, im Bus, im Auto, im Flugzeug, im Einkaufszentrum, beim Arzt, im Operationssaal, aus den Eingeweiden, aus dem PC, im Büro, in der Wohnung, aus dem Spiegel, aus der Kleidung, beim Nachbarn, aus der Zigarette, aus der Zimmerpflanze, bei der Geburt, in der Wiege, im Sarg, am (oder im?) Grab. Es wird in der Natur schallen, am Meer, am See, unter Wasser, auf den Bergen, im Wald, auf dem Feld. Der Mensch wird die Natur überschallen. Es gibt keine Vision, die nicht übermorgen Wirklichkeit wer­den könnte. Der Mensch ist dabei, sich akustisch derart auf­zublähen, daß ich den Tod der irdenen Geräusche voraussage. Heute wird das Artensterben beobachtet, doch bevor die Arten aussterben, ist ihr Klang ausge­storben. Selbst in den Filmen über die Tiere, die morgen aussterben werden, habe ich keine Chance mehr, den durchaus eingefangenen Tiergeräusche zuhören und mich von ihnen verabschieden zu dürfen. Stattdessen dudelt mir eine abartige menschliche Synthesizer-Komposition entgegen.

 

Der Mensch wird die Monoakustik auf der Erde schaffen. Wir werden in absehbarer Zeit nur noch uns und unsere akustische Welt kennen. Die akustische Versklavung der Erde hat begonnen. Möglicherweise wird der Mensch über dieses Experiment taub?

 

3. Lärmverursacher

Statistik

Lärmverursacher in der Bewertung der Alt-Bundesdeutschen nach einer Meinungsumfrage des UBA geordnet:

                                    Sraßenverkehr (LkWs, PkWs, Motorräder, Mopeds)

                                    Flugverkehr, incl. Militärflüge

                                    Beschallungsanlagen, Hausmusik, Parties, Hunde von Nachbarn

                                    Industrie, Gewerbe, Bautätigkeit

                                    Schienenverkehr

                                    naheliegender Sportplatz

 

Weitere Lärmverursacher sind:

Kriege, Schiffahrt, Straßen- und Wohnungsbau, Arbeitsmaschinen und -geräte, Tonwiedergabe­geräte, Heimwerker­geräte und Haushaltstätigkeiten, der lautstarke (schreiende, grölende, brül­lende, kreischende) Mensch selbst, Haustiere, Sport- und Freizeitveranstaltungen.

 

4. Lärmwirkungsforschung

Physiologie - Menschliches Gehör und Hörbereich

> Schallereignisse verändern den Luftdruck, der auf den menschlichen Körper und auf das Trommelfell des Ohres einwirkt. Die Schallwirkung auf den Körper nennen wir "Fühlen", die Ein­wirkung auf das Ohr "Hören". Das Ohr ist, wie alle Sinne, entwicklungsgeschichtlich aus der Haut hervor­gegangen.

 

> Wenige Tage nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle sind bereits Ansätze zu mikro­koskopisch kleinen Ohren nachweisbar. In der Hälfte der menschlichen Schwangerschaft ist das Ohr als einziges Organ vollstän­dig, in seiner vollen Größe, ausgebildet. Der Fötus, der noch voll vom Mutterleib abhängig ist, kann eines bereits allein: Hören!

Das Ohr ist somit das erste Organ, das Hören der erste Sinn für Raum und Zeit. Die Aneignung des Raumes für den Menschen ist schallbedingt.

Wenn der Mensch stirbt, wenn alle seine Sinne verlöschen, kann der Mensch noch hören. Joachim-Ernst Berendt: "Wenn wir aufhören zu hören, hören wir auf."

 

> Das menschliche Ohr verfügt über eine sehr große Spanne zur Wahrnehmung des Schall­drucks. Es vermag Geräu­sche zu hören, die so schwach sind, daß das Trommelfell um weniger als den Durchmesser eines Was­serstoffmoleküls schwingt. Schwingungen dieser Kleinheit können wir mit bloßem Auge nicht wahrnehmen! Bereits eine Schwankung um den 10milliardsten Teil des atmosphärischen Luftdrucks reicht dem menschlichen Ohr aus, um als Schalldruck und damit als Ton wahrgenommen zu werden. Der Mensch ist imstande, das Summen einer Mücke durch ein geschlossenes Fenster zu hören, obgleich die Stärke des ihn erreichenden Schalls nicht mehr als ein Billiardstel eines Watts (10-15) betragen dürfte.

 

> Die Spanne zwischen seiner Hörschwelle und seiner Schmerzgrenze erstreckt sich auf über das 3-Mio-fache. Eine Spanne, an der ein Auge vergleichsweise erblinden würde. In der Akustik wurde eine Meßskala aufgebaut, die log­arithmische Schritte macht, wodurch sich die Spanne von 1 dB (Hörschwelle) auf 130 dB (Schmerzgrenze) "reduziert".

 

> Ein gesundes menschliches Ohr nimmt die Schwingungen von ca. 20 Hz in der Tiefe bis etwa 20 000 Hz im obe­ren Bereich wahr. Infraschall ist < als 20 Hz, Ultraschall ist > als 20 000 Hz. Töne um 16 Hz, z.B. die tiefsten Pedaltöne der Orgel, erscheinen dem Ohr jedoch nur als vibrie­rendes Brummen. Dagegen wirken die hohen Töne der Pikkoloflöte um 3 500 Hz auf uns schrill und zum Teil schon schmerzhaft.

 

> Das menschliche Ohr ist nicht für alle Frequenzen gleich empfindlich. Die größte Höremp­findlichkeit liegt zwi­schen 1 000 und 4 000 Hz. Darunterliegende und darüberliegende Töne nehmen wir vergleichsweise leiser wahr als Töne mittlerer Frequenz. Tiefe, laute Töne "berühren" oder "erschüttern" allerdings noch spürbar den Körper.

 

Der Sprach- und Gehörforscher Alfred A. Tomatis hält das Ohr für das wichtigste "Organ der Menschwer­dung", das Hören für den am frühesten entfalteten menschlichen Sinn.

 

In unserem Innenohr enden die meisten Nervenbahnen, dreimal soviel als in unserem Ge­schlechtsorgan. Damit ist das Ohr das sensibelste Organ. Das englische Wort "listen", das schweizerische "lossen" für Hören gehen auf den glei­chen Sprachstamm wie "Lust" zurück. In den meisten menschlichen Kulturen steht (stand) das Hören an erster Stelle, dann das Fühlen, dann erst das Sehen.

 

Über das schallübertragende Medium Luft erfolgt die Umwandlung der akustischen Reize in ner­vöse Impulse, die im Steinzeithirn (Harmonien und Vokale) und in den linken und rechten Hör­zentren der Großhirnrinde (Sprache, Inhalt) in unterschiedliche Informationen geordnet und wei­terverarbeitet werden.
(Hörvermögen ist von der Sprachfähigkeit nicht zu trennen. Seit der Werkzeugzeit des Menschen sind bei ihm Hör- und Sprachfähigkeit unmittelbar verbunden. Hörschädigungen isolieren doppelt von der Gesellschaft. Sprach­geschichtlich kommt "dumm" über "tumb" von "taub". Gehörlose müssen allerdings nicht "dumm" bleiben. Ihre Gebärden"Sprache" ist ein reiches, der Sprache nicht unterlegenes Kommunikationsmittel!)

... Sprache und Gebärdensprache haben im Gehirn das gleiche Zentrum ...

 

Die gleichzeitig vermittelten emotionalen Zustände und Persönlichkeitsmerkmale entschlüsselt das Stammhirn über die aus der Frühzeit der evolutionären Entwicklung angelernten akustischen Strukturen, den Höhen und Tiefen, Stimmodulationen und Betonungen.

 

Der lautstärkeverliebte Mensch moderner Zivilisationen neigt dazu, sein Ohr mit den höchsten Werten des ihm zugänglichen Hörbereiches zu strapazieren. Das Auge kann geschlossen werden. Das Ohr nicht, was entwicklungs­geschichtlich seine Gründe im Überleben der Spezies Mensch hatte.

 

Bei der Lärmwirkungsforschung herrscht Ei­nigkeit darüber, daß der Störfaktor "unerwünschter Schall", d.h. "Lärm" schon immer psycholo­gischer Bestandteil der Umwelt des Menschen war, weshalb die Erwägung der "Gewöhnung" an Lärm obsolet ist. Das Ohr wurde auf Wahrnehmung von Gefährdung des eigenen Überlebens hin entwickelt; die differenzierte Wahrnehmung, Sondie­rung, Einschätzung und Wertung von Schall­ereignissen war Sinn dieses Sinnes­organes.

 

Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Physiologie doch noch an die Umwelt anpaßt oder ob die Psyche sich gegen diese einseitige Nutzung wehren wird. Vielleicht entwickeln sich nach immen­sen Zeiträumen evtl. "Lamellenohr" und "Schallschluckhaut". Der Mensch scheint diese Ent­wicklung mit Hörkapseln, Kopfhörern, walkmen, Ohropax und Schallschluckmaßnahmen vor­wegnehmen zu wollen.

Derzeit gilt: "Lärm macht krank".

 

Medizin

Lautstärke wird als Schadstoff für das Gehör eingestuft. Das Gehör kann seine Spitzenleistungen nur mit entspre­chendem Energiezu­fuhr vollbringen. Der Energiebedarf der Haarzellen hängt von der Schallenergie ab, die im In­nenohr eintrifft. Die Energieversorgung der Haarzellen ist aber keineswegs auf die Schallpegel zuge­schnitten, die heute auf uns einstürmen: an Maschinen, Verstärker, Lautsprecher oder Kopfhörer ist unser Ohr physiologisch nicht angepaßt. Es ist überfordert und nimmt Schaden.

 

Föten, Säuglinge, Kinder: Lautstärke schädigt Neugeborene: Je lauter die Mitwelt ist, in der der Fötus aus­getragen wer­den, desto leichter sind die Kinder. Es besteht eine regelrechte "Dosis-Wirkungs-Beziehung". Darüber hinaus schädigt Lautstärke den noch in der Entwicklung befindlichen Hörsinn des Ungeborenen. Lärmbelastung während der Schwangerschaft bei knapper Mg-Versorgung kann das Fehlgeburts­risiko erhö­hen. Die Ohren von Kindern können durch einen Besuch bei einem Rockkonzert irreversibel geschädigt wer­den.

 

Jugendliche: Mediziner, das Hörberatungszentrum in Hamburg u.a. klagen über die Zunahme von Schwer­hörigkeit bei Jugendlichen: Ca. 5 % aller Jugendlichen werden von ihnen als "suchthafte Lauthö­rer" einge­stuft. Sie sehen bereits ein "Volk von Schwerhörigen" heranwach­sen. In den USA wird die Zahl schwerhöri­ger Musikfans bereits auf 10 Mio geschätzt.

 

Nach jedem Rockkonzert in der Dortmunder Westfalenhalle, kommen 3 bis 4 Menschen mit irre­versibel geschädigten Ohren in die Klinik. An einem Abend sind von den ca. 20 000 Hörhaarzel­len ca. 10 000 für immer abgestorben. Die Schalltrance wird von Streßsymptomen begleitet.

 

Allgemeine Geschäftsbedingungen für den Besuch von Rock-, Pop-musikkonzerten der Con­cert Concept Veranstal­tungs GmbH Berlin:

"4. Bei Rock- und Popkonzerten besteht aufgrund der Lautstärke die Gefahr von Hör- und Ge­sundheitsschäden." Die meisten Musiker der Unterhaltungsmusik-Branche sind schwerhörig, sie nehmen keine Obertöne mehr wahr.

 

Auch Stereokopfhörer von tragbaren Radios oder walkmen sind der Tod ungezählter Hör­zellen. Schon im unteren Bereich erreichen die Geräte 85 dB(A). Spitzenwerte liegen bei 115 dB(A). Schon zwei Minuten Musik dieser Laut­stärke hat dieselbe Wirkung wie acht Stunden Ar­beit ohne Gehörschutz bei 90 dB(A). Den walkman kann man mit der "Düse eines Feuerwehr­schlauchs" verglei­chen, der tief in den Ohrkanal vordringt.

 

In Brandenburg, dem Land der BRD mit der höchster Unfallrate der BRD, geschehen die meisten Unfälle nach dem Besuch von Discos. Als Ursache wird der Alkoholkonsum registriert. Der Konsum von Lautstärke und ihre Einwir­kung auf den Organismus werden als Ursache noch vernachlässigt.

 

Erwachsene: 15 Mio BRD-Bürger sind schwerhörig. 8 Mio Bundesbürger sind ander­weitig durch Lärm geschädigt. Herz, Blutdruck und Kreislauf haben starken Schaden genommen. Man lebt länger, ist aber vor­zeitig verbraucht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden entscheidend durch Lärm als Stressor verursacht.

 

Schwerhörigkeit ist ein irreversibler Schaden am menschlichen Ohr. Lärmschwerhörigkeit wurde kausal von Lärm verursacht. Die Art der Lärmschäden ist signifikant: Unterschiedli­che Lärmereignisse schädigen das Ohr unter­schiedlich.

 

Das Risiko eines lärmbedingten Hörverlustes hängt vom Lärmpegel und der Einwirkungszeit ab, nicht aber davon, ob man den Schall als angenehm oder unangenehm empfindet. Die Erfah­rungen und Grenzwerte betreffend Lärm am Arbeitsplatz gelten deshalb auch für Musik, wie Untersuchungen an Rockmusikern und Mitgliedern von Orchester­mitgliedern bestätigen. Ein Or­chestermusiker ist schon ohne Elektroverstärkung 95 dB(A) ausgesetzt, was der Inten­sität einer Kreissäge entspricht. Sie müßten Gehörschutz tragen. Die Gefähr­dung der Schlagzeugern ist die höchste. Dirigenten nehmen auf dieses Berufsrisiko keine Rücksicht.

 

Hörsturz, Morbus Menière und Tinnitus sind Ohrenerkrankungen mit vielen Ursachen. Sie können auch durch Dau­erstreß, wie er durch andauernde und/oder extreme Lautstärken hervorgerufen werden, Erkran­kungen in der techni­sierten Zivilisation. In allen Fällen handelt es sich um körpereigene Störgeräusche im Ohr oder Kopf.

 

Beim Hörsturz (Gehörinfarkt) handelt es sich um einen Infarkt des In­nenohres mit Hörverlust. Man nimmt eine Durchblutungsstörung des Innenohres mit Unterver­sorgung von Sauerstoff an.

Der Morbus Menière ist Hörverlust mit Schwindel, Beklemmun­gen und ständigem Ohrsausen.

Der Tinnitus bezeichnet Geräusche, wie Klingeln u.v.a. mehr, im Ohr. Mediziner sehen auch Alkohol, Niko­tin und Psychostreß beteiligt an der Krankheit beteiligt. 8 Mio Bundesbürger, jeder zehnte, leiden unter Tin­nitus. Tinnitus breitet sich aus wie eine Epidemie. Geschädigte dieser Art sind besonders geräuschempfindlich. Die Liga für Tinni­tus-Geschädigte hat 20.000 Mitglieder in der BRD.

Tinnitus und Morbus Menière können Folgen eines Hörsturzes sein und ihre Heilungschancen sind bereits weitaus geringer aus die des Hörsturzes. Neben den Ohrgeräuschen haben alle drei Erkrankungen eines gemeinsam: Sie sind eine Aufforderung des Körpers an "seinen" Menschen, über sich und sein Leben nach­zudenken - und seine Lebens­gewohnheiten nach Möglichkeit zu än­dern.

Über 20 % der Bevölkerung der BRD sind infolge Dauerlärmes schwerhörig oder leiden an Tinnitus oder an Hör­sturz.

 

"Streß" sind Reaktionen des Organismus auf Ausnahmesituationen. Streß ist ein Alarmzustand des Körpers, seine "Mobilmachung". Das Vegetative Nervensystem mobilisiert über Streßhormone aus der Nebenniere Energie, um der "Gefahr" entrinnen zu können. Sie blockieren die Synapsen, um reflexhafte Reaktionen zu ermöglichen. Es zeigen sich Streßsymptome wie Bluthoch­druck, Schweißausbruch, Herzrasen u.a.m.

Streß ist aber auch der Versuch, das physiologische Gleichgewicht (Homöostase) des Organismus wiederher­zustellen.

Je nach Auswirkungen und physiologischer Belastung durch die Streßreaktion muß zwischen Eustreß und Distreß unterschieden werden, wobei letzterer eine negative Beanspruchung darstellt. Lärm als Umwelt-Stres­sor und im oben benannten Sinne von unerwünschtem und/oder zu lautem Schall bewirkt Distreß. Er führt nicht nur zu Verdruß, Unbehagen und Unwohlsein, er streßt und gefährdet auch den menschlichen Organis­mus. Bereits bei möglichen Lärmin­tensitäten ab ca. 60 dB reagiert das vegative Nervensystem mit Streß­symptomen.

 

Schon ein Schalldruckpegel von 50 dB hat stets eine Erhöhung der Herzfrequenz und einen Blutdruckanstieg für die Dauer der Beschallung zur Folge. Oberhalb einer Schallstärke von 90 dB muß ganz generell mit Gesundheitsgefähr­dungen ge­rechnet werden sowie mit Auswirkungen des Lärms auf die Herz-Kreislauf-Funk­tion und das ve­gative Ner­vensystem.

 

Die durch Lärm verursachten psychosomatischen Erkrankungen und nervösen Befindlichkeits­störungen sind zu einem beachtlichen Sektor im Spektrum der heutigen Zivilisationskrankheiten, wie den Herz- und Kreislauferkran­kungen, geworden. Der Herzinfarkt als Zivilisationskrankheit rangiert vor Krebs. In der BRD sterben jährlich ca. 2.000 Menschen an Herzinfarkt.

 

Der Wahrnehmungsapparat (Schallsensor) für Luft- und Körper-Druckschwankungen sind beim Menschen nicht nur die Ohren, sondern der ganze Körper. Der Mensch "hört" Infraschall (niedriger als 20 Hertz) nicht mehr, starken Infraschall kann er aber "fühlen". Dieses Faktum wird in Maßnahmen und Gesetzen gegen Lärm erheblich vernach­lässigt. Menschen können auch durch hörschwellennahe (10 dB) tieffrequente (20 Hertz) Geräusche erheblich beein­trächtigt werden. Die durch leises Brummen oder Grollen hervorgeru­fene Störung der Aufmerksamkeit und Konzen­tration kann die Leistungsfähigkeit des Menschen negativ beeinflussen.

 

Eine weitere Gefahr für den Organismus ist die mögliche Resonanz, die dadurch entsteht, daß z.B. dem Herzrhyth­mus entsprechende Musikrhythmen dauerhaft auf den Organismus einwirken. Phasengleiche Schwingungen verstär­ken sich. Es kann zum kritischen Resonanz-Punkt kommen, an dem der Organismus Schaden nimmt. Wir Alle ken­nen das Beispiel der unter dem Gleichschritt zusammenbrechenden Brücke.

 

In der Psychotherapie wird das Wissen um körpereigene Geräusche, Rhythmen, Schwingungen und ihre Beeinfluß­barkeit methodisch und natürlich zum Wohle des Patienten eingesetzt. Beim Biofeedback werden zunächst unbewußte Körperfunktionen wie u.B. Puls durch Instrumente aufgezeichnet und dann akustisch oder optisch wahrnehmbar gemacht. Sie werden damit beeinflußbar.

 

Hirnforscher in Boston fanden heraus, daß Legastheniker falsch schreiben, weil sie schlecht hören. Mir scheint dieser nachvollziehbare Umstand eine traurige Aussicht in Anbetracht der vielen Kinder, die durch Lautstärke gehörgeschä­digt zur Welt kommen oder in früher Kindheit geschädigt werden.

 

Diese und neue Phänomene rücken immer mehr in das Blick- und Untersuchungsfeld von Wissenschaftlern, Medizi­nern, Physiologen, Psychologen, Verhaltensforschern, Biologen, Soziologen, Umweltingenieure u.a.

 

Hyperakusis ist das Phänomen, nach dem u.a. musikalische Menschen Geräusche mit größerer Intensität wahrneh­men. Auch Schäden am Mittelohr können dieses Phänomen zur Folge haben.

 

Psychologie

Schall ist ein physikalisches Phänomen

Hören ist ein physiologisches Phänomen

Zuhören ist ein psychologischer Akt

 

Die begriffliche Metamorphose von "Lautstärke" zu "Lärm" beinhaltet die Unterscheidung von erwünscht und nicht erwünscht. Verursacher von Lautstärke beabsichtigen dieselbe, dementspre­chend erwünscht ist sie. Nichtbeteiligte empfinden sie aber als etwas nicht Erwünschtes, als Stö­rendes an, als etwas, das Ärger bereitet, eben als "Lärm". Der Extrakt dieses Konfliktes "Ruhe/Lärm" ist die Tatsache, daß es sich in der Regel um Fremdbestimmung des einen Men­schen durch den anderen handelt, der sich der Betroffene kaum entziehen kann. Jemanden, der geistig konzen­triert und kreativ arbeitet, können schon Geräusche von 25 dB(A) stören. Einem Besucher von Musikveranstaltungen mit Schallpegeln zwischen 83 bis 114 dB(A) wird das Schal­lereignis als angenehm empfinden. Ihn ficht nicht der Lautstärke-Abfall für die Mitwelt an, noch die mögliche Schädigung seines eigenen Organismus. Schäden durch Schall hängen nämlich vom Lärmpegel und der Ein­wirkungszeit ab, nicht aber davon, ob man den Schall als ange­nehm oder unangenehm empfindet.

 

Die Psychologie der Verursacher:

Der Mensch ist nicht gern allein. Er sucht die Gesellschaft von Artgenossen. Gemeinsam ist man lustig. In Gesell­schaft wird es feucht, fröhlich und laut. 10 Artgenossen sind doppelt so laut wie einer. "Lautsein" demonstriert "Dabeisein, Mitmachen, Mitlaufen". Und gemeinsam ist man stark. Gegen Einzelgänger, Leise­treter, Denker, Spie­ßer wird gern "Krach geschlagen". Lautsein erhebt den "Kleinen Mann" über sich selbst.

 

Mit Lautstärke demonstriert der Single seine geglückte Abkapselung vom Rest der Welt. Der Einsame ver­treibt mit Lautstärke seine Dämonen. Der Benachteiligte gibt "Laut". Der Frustrierte rächt sich über Laut­stärke an der Mitwelt. Der Unterdrückte läßt Lautsprecher seinen Kampf in die Welt schreien. Die Flucht unter den walkmen ist Reaktion auf den alltäglichen Lärm, ist akustische Illusion.

 

Lautstärke wird zur Gewohnheit, zum Fetisch, zur Droge. Besonders Dauer(musik)berieselung darf neben Alkohol, Nikotin und Tabletten als Alltagsdroge eingestuft werden.

 

Seit dem Zeitalter der elektroakustischen Verstärkung von Schall scheinen die Möglichkeiten für die Mensch­heit, sich zu vervielfältigen, vorerst unbegrenzt. Wir stehen am Beginn der raumfüllenden Beschallung unseres Globus durch den Menschen. Diese Aussichten sind für Viele eine göttliche, für Wenige eine apokalytische Vision.

 

Lautstärke ist auch ein Vehikel, die Grenzen der Belastbarkeit des Organismus auszuloten. Aufgetürmte Boxenwände bei Live-Konzerten, wummernde Stereoanlagen, dröhnende walk­men erzeugen Schallwellen bis zur Schmerzgrenze und spannen Teenager und Erwachsene auf die "Lärmfolter". Aber diese Form von "Freizeit-Vergnügen" ist Selbst­verstümmelung, die Schäden irreversibel.

 

Lärmverursacher können demnach auch zu Lärmgeschädigten werden.

 

Die Psychologie der Betroffenen:

Der Lärmbetroffene versucht, nicht Lärmgeschädigter zu werden. Er hat die Fremdbestimmung seiner Selbst durch unerwünschten Schall sowie die möglichen organischen Schäden durch Lautstärke, Streß und Ärger erkannt.

 

Betroffene sind in erster Linie Menschen, die eine selbstbestimmte akustische Umwelt brauchen und auch ein­fordern, um dem hohen Konzentrationsgrad ihrer Arbeit genügen zu können; wobei unterschieden werden muß zwischen kreativer Konzentration und manueller Konzentration. Erstere kann bereits durch unerwünschten Schall von 25 dB gestört werden.

 

Es gibt organische Erkrankungen durch Lautstärke. Aber Lärm ist nicht identisch mit Lautstärke, Lärm ist weitgrei­fender. Lärm kann auch leise daherkommen, vermeidbar sein und deshalb auf anderer Seite uner­wünscht sein. Das Krankmachende am Lärm ist der Ärger über den Lärm. Är­ger über Lärm ist auch immer Spiegelbild über die Rück­sichtslosigkeit des Lärmverursachers. Egoismus, Durchsetzungswille der sogenann­ten persönlichen Freiheit bestim­men den Umgang der Menschen miteinander.

 

So kritisch wie die Lärmbetroffenen ihre geistige und optische Umwelt verarbeiten, so deutlich haben sie die akusti­sche Umweltverschmutzung erkannt, besonders den totalitären Anspruch hinter der heutigen Beschallungstechnolo­gie. Ihnen blieb nicht der flächendeckende, rücksichtslose Umgang mit Beschallungs­anlagen verborgen. Zu der realen Belästigung durch unerwünschten Schall (= Lärm) gesellt sich der Unmut über die kulturell nivellierenden Auswir­kungen heutiger Massenver"laut"barungen und Beschallungsindustrie.

 

Lärmbetroffene wehren sich zu Recht gegen den Anwurf der Verursacher, die Empfindlichkeit gleich "Neurose" set­zen. Sie wehren sich dagegen, einen ihnen sehr wichtigen Sinn, das Gehör, künstlich verstopfen zu sollen, wie es ihnen von den hilflosen Ärzten und anderen Ratgebern geraten wird. Sie wehren sich dage­gen, das Verursacherprin­zip umgedreht zu sehen, wonach der Verursacher dem Mißstand, z.B. durch Schall­dichtung, abhelfen müßte.

 

Lärmbetroffenheit ist kein Phänomen, das über Gewohnheit zu einer Art Immunisierung führt. Im Gegenteil: Der Lärmbetroffene erkrankt letztlich auch, und zwar an der anhaltenden Uneinsichtigkeit seiner Mitwelt. Gemeinhin wird die Lärmempfindlichkeit, die mit Angst- und Paniksymptomen einer Streßerkrankung gleicht, als "Lärmneurose" bezeichnet.

 

Ich wage sogar zu behaupten, daß die bewußte Verursachung von Lautstärke, also das "Lärmen" im dem Sinne, daß der Verursacher sich seiner Macht und des Schadens für den Betroffenen bewußt ist, die moderne Variante von "Klassen"kampf ist. Der Individualist in seinem Refugium ist zwangsläufig schneller Lärmbe­troffener als der Mitläu­fer. Extrovertiert gegen Introvertiert.

 

Anders steht es mit dem Verkehrs-, Flug-, Maschinenlärm. Den macht schließlich Jeder gegen Jeden.

 

5. Lärmwirkungen, -schäden und Lärmschutzkosten

Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft

Fast die gesamte deutsche Bevölkerung ist irgendwo und irgendwie lärmbetroffen. Ungefähr jeder sechste Bundes­bürger hat Hörprobleme, ca. 15 Mio Bundesbürger sind hörbeeinträchtigt, davon 2/3 altersschwer­hörig. 2 Millionen Bundesbürger sind gehörgeschädigt, darunter 20 000 Kinder.

Mehr Männer als Frauen sind schwerhörig.

60 % aller Jugendlichen zwischen 19 und 21 Jahren haben Hörschäden. Die anderen dürften nicht besser hören. Durch die effektiven Übertragungstechniken und ihre intensive Nutzung (disco, walkman und open air concert) tra­gen junge Menschen erhebliche Schäden an ihrem Gehör davon. Seit 1979 - dem ersten Sony-walkman-Jahr - ist die Anzahl jun­ger Leute mit Hörproblemen rapide an­gestiegen. Diese steigende Verbrei­tung von Gehörschäden bei jun­gen Menschen machen die Welt noch lauter.

Die Lärmschwerhörigkeit tritt bei höherem Bildungsniveau weniger auf, was leider ein Index auf eine gesellschaft­liche Kluft, sogar Unverträglichkeit ist.

 

30/40 dB           dem Menschen erträgliche, nicht schädliche Geräusche

30 dB               Schlafstörungen durch verkehrsbedingte Mittelungspegel im Raum

ab 50 dB           Beeinträchtigung der Konzentration; erhöhte Arbeitsfehler

40 dB               Lern- und Konzentrationsstörungen durch Mittelungspegel im Raum

50 dB               Kommunikationsstörungen

40/60 dB           erhöhte Unfallgefahr durch Überhören

65 dB               Risikoerhöhung für Herz-/Kreislauf-Erkrankungen ab 65 dB(A)

60/80 dB           lästige Lautstärke, bereits als "Lärm" definiert

70 dB               beginnende nervöse Erscheinungen

75 dB               Beeinträchtigung der Sprachverständlichkeit

85 dB               Gehörschädigung ab 85 dB(A) am Ohr des Betroffenen

85 dB               können das Innenohr schädigen; Lärmschwerhörigkeit und Lärmtaubheit

90/145 dB         Schädliche Lautstärke

90 dB               äußerste Grenze vor Gehörschäden bei längerer Einwirkung

120 dB  Schmerzschwelle; Gehörschädigung auch bei kurzzeitiger Einwirkung

140 dB  Verbrennungserscheinungen

 

Von allen Umweltbelastungen ruft Lärm bei Menschen höchste Betroffenheit hervor. Lärm ist das Umwelt­problem Nr. 1. Lärm, ins­besondere Verkehrslärm, den 60 % der BRD als stärkste Umweltbelastung empfin­den, schränkt die Lebens- und Wohnqualität der Bevölkerung beträcht­lich ein; z.B. 1986:
65 % der Bundesbürger fühlen sich belästigt durch          Straßenverkehr

48 %                                                                                        Flugverkehr

30 %                                                                                        laute Nachbarn

22 %                                                                                        Industrie, Gewerbe, Bau

20 %                                                                                        Schienenverkehr

14 %                                                                                        naheliegenden Sportplatz

 

Kosten für Staat und Soziales Netz

Die jährliche Kosten aus Umweltschäden in der BRD betragen ca. 103 Mia DM; davon entste­hen:
            48,0 Mia DM     aus der Luftverschmutzung
            32,7 Mia DM     aus der Lärmverschmutzung
            16,7 Mia DM     aus der Gewässerverschmutzung
             5,2 Mia DM      aus der Bodenzerstörung

 

Die Aufwendungen für erforderliche Abwehrmaßnahmen durch die öffentlichen Haushalte, die sogenannten "Lärmschutzkosten"/Jahr:
> Für Lärmschutz an Bundesstraßen 250 Mio DM
> Millionenbeträge für Schallschutzfenster-Programme
> Für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Lärmschutz zwischen 1976-85 180 Mio DM plus 80 Mio DM von Industrie- & Wirtschaftsverbänden
> 101,4 Mio DM (1984) für steuerlich begünstigte Lärmschutzinvestitionen nach § 7 EStG

 

Diese wenigen Lärmquellen (Arbeitsplatz und Straßenlärm) und die wenigen Lärmschutzmaß­nahmen verursa­chen bereits jährlich Kosten von mindestens 35 Mia DM/Jahr. Weitere Lärm­quellen wie Flugverkehr, Schie­nenverkehr, Baustellen, Freizeitaktivitäten, Nachbarschaft sind in dieser Verlustrechnung überhaupt nicht ent­halten.

 

Die arbeitsplatzbedingte Lärmschwerhörigkeit ist seit 1974 mit einem damaligen Anteil von ca. 40 % Berufs­krankheit Nr. 1 geworden. 1985 zahlte die Berufsgenossenschaft Renten an ca. 25 000 Lärmgeschädigte. Der­zeit bewegt sich der jährliche Gesamtaufwand für Lärmrenten in einer Größenordnung von 500 Mio DM. Jährlich kommen ca. 2 000 Fälle dazu. Geht man von einem Grenzwert von 85 dB aus, dann sind ca. 4 Mio Arbeitnehmer erheblichen Lärmbela­stungen aus­gesetzt. (1981)

 

Auswirkungen und Kosten auf die Wirtschaft

Die lärmbedingte Verringerung der Arbeitsproduktion verursacht unserer Volkswirtschaft jährlich ein um 3 Mia DM/Jahr geringeres Bruttosozialprodukt.

 

Die Lärmschwerhörigkeit ist die dritthäufigste Berufskrankheit.

Die Zunahme der beruflich bedingten Lärmschwerhörigkeit ist explosiv: ca 60 % aller neu zu entschädigenden Berufskrankheiten entfielen 1970 auf die Lärmschwerhörigkeit.

 

Wegen eventuell zu früh fällig werdender Rentenansprüche und um später zwischen Arbeits­schwerhörigkeit und pri­vater Schädigung trennen zu können, prüfen Firmen indessen das Gehör der Bewerber bei Einstel­lungsgesprächen.

 

Der Einfluß des Straßenlärms auf die Höhe des Mietzinses ist gigantisch: Fast 30 Mia DM be­trägt die jähr­liche Summe (1981) der straßenlärmbedingten Mietzinsminderung. Ebenfalls fast 30 Mia DM/Jahr wert sind den betroffe­nen Bundesdeutschen Maßnahmen zur Reduzierung des Stra­ßenlärms auf 30 dB.

 

300 Mio DM/Jahr (81) für Lärmschutzinvestitionen des Gewerbes und der Industrie, exclu­sive der Betriebskosten, die ca 60 % dieser Investitionen ausmachen

 

Private Aufwendungen der vom Straßenlärm betroffenen Bürger für Ohropax, Schlaftabletten (15 DM/Jahr/Person), Erholungsfahrten und Umzugskosten ergeben für die BRD 1986 den Wert von ca. 2 Mia DM/Jahr.

 

Lärmwirkungen auf Fauna und Flora

Schallrezeption von Fauna und Flora und die Schäden durch menschgemachte Geräusche auf sie sind so kom­plex, daß sie den Rahmen dieses Referates sprengen würden. Deshalb nur wenige Beispiele:

Der Krach von Bohrungen im Meer nach Öl, von Unterwassersprengungen und Eis­brechern zer­stört die sehr empfindlichen Gehörorgane vieler Fische und Säugetiere im Meer. Auch dadurch nehmen die Fischbestände ab. Wale verlieren die Orientierung und stranden an den Küsten, wo sie dann verenden. Fische können durch akustische Signale in den Atemstillstand getrieben wer­den. Ein sensibler Schallsensor bei Fi­schen ist die "Seitenlinie" am Kör­per.

Das Vogelohr spricht rund zehnmal schneller auf Melodieschwankungen an als das menschliche Ohr.

Bei Tiefflügen und Erschütterungen geraten Tiere in Panik. Nerzmuttertiere beißen wegen der "drohenden Gefahr" Tiefflug ihre Jungen tot.

Anthropogener Lärm läßt Pflanzen und Tiere sterben.

Auch Pflanzen reagieren stark auf Schall, sowohl positiv als auch negativ.

 

6. Lärmschutz

Prophylakse - Erziehung und Aufklärung

> In den USA ist der Noise Awareness Day ins Leben gerufen worden. Indessen gehen Bestrebungen dahin, ihn am 29. April weltweit als "Lärmschutztag" einzurichten.

> Hinführung der Jugend zur Wertschätzung der Stille durch entprechend orientierte Eltern, Kin­dergärtner und Leh­rerinnen.

> Aufklärung des Menschen in Familie, Schule, Ausbildungsstätten, Betrieben, Gewerkschaften über Gefah­ren möglicher Hörschäden.

> Erschwerend ist die Ambivalenz des Menschen allgemein. So auch in Bezug zum Lärm. Er legt zweierlei Maß an, je nach seiner Situation als Betroffener oder als Verur­sacher. Der Auto­fahrer verursacht Straßenlärm, beklagt sich dann in seiner Wohnung über denselben. Er ärgert sich über das Radioprogramm seines Nach­barn, beschallt aber selbst den Hof bei offenem Fen­ster. Das lärmarme Verhalten müßte also beim Einzelnen zuerst einsetzen.

> Das Bewußtsein darüber, daß Schall bei der Mitwelt unerwünscht sein und Schäden hervorru­fen kann, muß ent­wickelt werden.

> Egoismus, Durchsetzungswille für die sogenannte "persönliche Freiheit" und Rücksichtslo­sigkeit müssen über­wunden werden, damit Lärm als störender Faktor anerkannt werden kann. Streß und Frustration müssen sowohl als Ursache als auch als Wirkung von Lärm erkannt wer­den. Rück­sichtnahme und Altruismus sollten wieder Werte unse­rer Gesellschaft werden.

 

Vorbeugung durch Vermeidung

Die beste und kostengünstigste Möglichkeit der Lärmminderung ist und bleibt die Vermei­dung von Lärm! Darum muß die Motivierung zu lärmarmen Verhalten vorrangiges Ziel sein. Die Mo­tive, Lärm zu verursachen oder zu ver­meiden, sind vielfältig. Es wäre aber bereits viel er­reicht, wenn über Beweggründe des Verhaltens häufiger nachge­dacht würde. Der Einzelne muß in jedem Lebensbereich Lärm so einsparen, wie er andere Energie einsparen sollte, Lärm so ver­meiden, wie er Abfall vermeiden sollte.

 

> An der Geräuscherzeugung wirkt jeder Einzelne entscheidend mit, so daß Verhaltensänderun­gen zu einer spürba­ren Entlastung für Jeden führen könnten. Lärmbewußtes Verhalten sollte zu einer Frage von Erziehung und Lebens­stil werden. Jeder Mensch muß seinen Gebrauch von Ma­schinen und Apparaten, die Lärm machen, in Frage stellen und reduzieren.

> Besonders der Autofahrer muß lernen, sein Auto lärmarm einzukaufen und zu fahren, was auch auf die Musikbe­schallung des Straßenraumes aus dem Autoradio zutrifft.

> Die Übertragungstechnik-Industrie muß daran gehindert werden, die Verstärkerleistungen zu steigern, da sonst Gehörschäden auch bei kürzester Einwirkung nicht ausbleiben werden.

> Die Autoindustrie muß daran gehindert werden, immer noch schnellere Autos anzubieten.

> Mega- und Giga-Veranstaltungen müssen wieder auf ein dem menschlichen Wahrnehmungs­apparat entsprechen­des Maß reduziert werden. Motorsportveranstaltungen sollten verboten wer­den.

 

Wissenschaft, Forschung und Technische Maßnahmen

Globaler Lärmfaktor Nr. 1 ist der Straßenverkehr und dennoch fahren die Autos noch mit "Explosionsmotoren" über die Straßen. Der Forschungsetat für die Solarenergie beträgt einen Bruchteil des Etats für Atom- und her­kömmliche Energien. Es wäre Zeit, den Etat gewaltig aufzustocken, weil solarbetrie­bene Maschi­nen auch leiser sein werden.

 

Technische Maßnahmen stellen einerseits Schadensbegrenzung durch rechtzeitigen Lärmschutz dar, als auch Nach­sorge:

 

> Schallschutz im Haus- und Wohnungsbau (Bewuchs von Fassaden, Luftschalldämmung der Trenndecken und -wände und der Fenster, Schallschutzfenster, Körperschalldämmstoffe unter Klavierfüße, Akustikverklei­dungen "Wohnen ohne Lärm", Schallisolierungen an Heizungs- und Sanitäranlagen, richtige Stellung der Gebäude ...

> Schallschutz im Arbeitsbereich (geblimpte Maschinen, Schall-schluckmaterialien Gehörschutz­stöpsel, Gehör­schutzkapseln, Gehörschutzkappen (Schallschutzhelme), räumliche Trennung von Maschine und Mensch, Lärmpau­sen ...

> Schallschutz im Städtebau: Überbauung der Straße, Überdeckung der Straße, Straßenführung im Tunnel, Troglage der Straße, Tieflage der Straße, Hochlage der Straße, Wälle mit aufgesetzter Schallschutzwand, Schallschutzwände Schallschutzwälle, Schall-schutzmöbel, Antischall-Schirme, Antischall-Bepflanzungen ...

> Flächenhafte Verkehrsberuhigung, Geschwindigkeitsbeschränkungen

> Weiterentwicklung lärmarmer Geräte

> Minderung der Antriebsgeräusche von Kraftfahrzeugen

> Schallschutz entlang den Autobahnen: offenporige, schallabsorbierende Fahrbahnberläge, Mau­ern, Schirme, Wände ...

> Auf der Duisburger Akustiker-Tagung war zur Lärmbekämpfung eine zweite Geräuschquelle, die "Anti-Noise" oder "Anti-Vibration", im Gespräch, die auf elektronischem Wege die Schall­quellen gegenphasig zu der zu bekämp­fenden Lärmquelle kompensiert.

 

Politische Grundsätze

"Den Menschen vor Lärm zu schützen, ist zum wichtigen Gebot verantwortlicher Umweltpolitik geworden"

"Der Lärm ist an der Qelle zu bekämpfen, insbesondere indem lärmmindernde Konstruktionen entwickelt wer­den"

"Lärmbewußtes Planen hat Vorrang vor nachträglichem Sanieren"

"Lärmmindernde Verhaltensweisen sollen gefördert und belohnt werden"

"Marktwirtschaftliche Mechanismen sollen genutzt werden"

"International abgestimmte Regelungen sollen festgeschrieben, ggf. durch nationale Maßnah­men ergänzt wer­den"

 

Gesetzgebung und administrative Maßnahmen

> Der Lärmschutz-Gesetzgebung liegt das Verursacher-Prinzip zugrunde. Es sollte im Alltag nicht mehr ins Gegenteil verkehrt werden.

> Rechtliche Festlegung von Grenzwerten und die Überwachung ihrer Einhaltung aufgrund von Verordnun­gen, All­gemeinen Verwaltungsvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften und Techni­schen Regelwerken (z.B. DIN-Normen)

> Ausweisung besonders zu schützender Gebiete einschließlich der Festlegung von Lärmschutz­bereichen für Flug­plätze

> Zeitliche Beschränkung von Handlungen, die Lärm verursachen (Einhaltung von Mittags- und Sonntags­ruhe)

> Die Gewährung von Benutzervorteilen für besonders lärmarme Erzeugnisse

> Berlin: Von der Verlagerung der Zuständigkeiten für den "verhaltensbedingten Lärm" in die Be­zirke ver­sprechen sich die Politiker eine wirksamere Lärmbekämpfung

> EG-weit sollen 80 dB als Richtwert für alle Fahrzeuge eingeführt werden

 

Kritik: Geräusche werden subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen. Lärm als psychologi­scher Faktor lässt sich nicht allein über technische Faktoren bestimmen. Die praktizierte techni­sche Lärmmessung berück­sichtigt z.B. nicht die Penetranz eines Schallereignisses. Einbezogen werden in die Beurteilung über Lärmbelä­stigungen müssten soziale, psychische und medizinische Aspekte. Das jedoch leisten die Vollzieher der Lärm­schutzverordnungen (Behörden, z.B. die Po­lizei) nicht. Ihre Ausbildung ist nicht oder ungenügend gegeben. Sie legen unzulässigerweise subjektive Eindrücke als Maßstab für subjektive Empfindungen Anderer an.

 

7. Lärmschutzrecht, Gesetze und Verordnungen

siehe Broschüre "Wer leise lebt, lebt besser", SenStadtUm Berlin;

siehe Broschüre "Luftreinhaltung - Lärmbekämpfung", BMU

 

8. Zuständigkeiten

siehe Broschüre "Wer leise lebt, lebt besser", SenStadtUm Berlin;

 

 

Die Autorin der vorliegenden Arbeit wurde von der Gesellschaft für Lärmbekämpfung eV, Berlin, Herr Bramigk, sowie vom Institut für Streßforschung, Herrn Prof. Hecht, beraten und unterstützt. Sie dankt ihnen für ihre Mühe.

 

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