Presse & Bücher & Infos
zu Schall, Hall, Knall und Fall

 

 

Ute Becker - Archiv, Informationen, Daten, Sammlungen von artAkus

 

 

 

 

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Bücher

 

„Das Dritte Ohr – vom Hören der Welt“

Joachim-Ernst Berendt, rororo transformation

 

„Der heutige Mensch lebt zu sehr durch seine Augen, er hört zuwenig. Das Ohr – das in den großen alten Kulturen als edelster der menschlichen Sinne galt – ist zum Zulieferorgang für das Auge degeneriert. ...“

 

 

„Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887 („Looking backward: 2000-1887“)

Edward Bellamy (1850 -1898), Reclam-Verlag

 

Visionen vom Kabelradio im Jahr 1887 – Verblüffend realistische Phantasien von Edward Bellamy, dem erfolgreichsten Utopisten des 19. Jahrhunderts, die er im Jahr 1888 veröffentlichte.

 

 

„Die Vertreibung der Stille – Wie uns das Leben unter der akustischen Glocke um unsere Sinne bringt“

Rüdiger Liedtke, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1988, 255 S., brosch., ISBN 3-423-10849-5,5s 9,50 €

 

„Musik und Geräusch begleiten uns tagein, tagaus. Ob wir es wollen oder nicht – wir befinden uns unter einer permanenten akustischen Glocke, unter einem kollektiven Walkman … Immer weniger Menschen sind wirklich Herr über das Knöpfchen am Radio- oder Fernsehapparat. Eingeschaltet wird mechanisch, ausgeschaltet unter Schwierigkeiten. Und selbst diejenigen, die diesem Drang noch widerstehen, werden dennoch durch Berieselung mit unerwünschter Musik im Kaufhaus oder aus des Nachbars Wohnung gequält, vom Straßenlärm, von unliebsamen Geräuschen – vom Tagesanbruch bis zum Schlaf.

 

Gegen alles Mögliche gibt es inzwischen Protestinitiativen, nur nicht gegen die musikalische, lärmende Vergewaltigung, die uns um unsere Sinne bringt. Wir müssen uns wieder darauf besinnen oder überhaupt erst lernen, wie heilsam und wohltuend Stille sein kann, wie schön es ist, Musik bewusst zu genießen, sich ihr hinzugeben. Wir müssen wieder Stille lernen. Wir müssen versuchen, die akustische Glocke zu zertrümmern. Entfliehen können wir ihr letztlich nicht, aber Einfluss auf ihr Ausmaß können wir sehr wohl nehmen.

 

Die Geräusche der Natur können herrlich klingen, genau wie Musik, deren Dosierung und Inhalt man selbst bestimmt. Stille ist erbaulich, wenn wir ihr als freie Menschen begegnen. Die Wahl der Stille, die Wahl der Musik und die Abwehr störenden Lärms gehören zum Grundrecht des Menschen auf freie Entfaltung. Die permanente akustische Glocke, die uns um unsere Sinne bringt, verstößt gegen dieses Grundrecht.“

 

 

Klang und Krach

Murray Schafer, Atheneum Verlag, Frankfurt/Main, 1988, ISBN 3-610-08498-7

 

 

Gewaltmusik – Musikgewalt - Populäre Musik und die Folgen

Klaus Miehling, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg, 2006, 685 S., ISBN 3-8260-3394-9, Euro 98,-- €

 

In den letzten Jahrzehnten war ein umfassender Wertewandel zu verzeichnen, der unter anderem dazu führte, daß kriminelles Verhalten alltäglich geworden ist. Das Buch „Gewaltmusik - Musikgewalt” beweist, daß eine wesentliche Ursache hierfür im Konsum populärer Musik liegt, die mit den neuen technischen Möglichkeiten seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis dahin ungeahnte Dimensionen der Aggressivität erreichte, verbunden mit ihrer ständigen Verfügbarkeit durch die auditiven und audiovisuellen Medien.

 

Diese „Gewaltmusik” hat uns alle im Griff. Die einen sind ihr wie einer Droge verfallen, die anderen werden durch die immer mehr überhandnehmende Zwangsbeschallung in Einkaufsstätten, in der Gastronomie, ja selbst in den eigenen vier Wänden (Nachbarn, Straßenfeste, Freiluftkonzerte) in ihrer Lebensqualität und Gesundheit erheblich beeinträchtigt.

 

„Gewaltmusik - Musikgewalt” ist ein Schwarzbuch der populären Musik, das deren Verbindungen mit Hedonismus, enthemmter Sexualität, Drogen und Kriminalität aller Art aufzeigt. Es ist aber auch ein Ratgeber für die Opfer der Zwangsbeschallung: Gesetzes- und Verordnungstexte sowie über 200 Gerichtsentscheide zum Thema „Musiklärm” werden zitiert, die Schwächen bundesdeutscher Gesetzgebung und skandalöse Behördenpraktiken offengelegt sowie effektive Maßnahmen zur Bekämpfung des Gewaltmusikterrors vorgeschlagen.

 

Die bisherige Unbekümmertheit gegenüber den populären Musikrichtungen ist die Folge eines beispiellosen gesellschaftlichen Verdrängungsprozesses. Der Leser wird erkennen, daß wir unsere musikalische Umwelt und insbesondere die musikalische Sozialisation der nächsten Generationen völlig umgestalten müssen, wenn wir in einer friedlicheren und ehrlicheren Gesellschaft leben wollen.

 

Aus dem Geleitwort von Ludger Lütkehaus:

„[...] das Buch belegt seine riskanten und provozierenden Thesen mit einer Fülle von Material und Beobachtungen so, daß man nicht an ihm vorbeigehen kann. Es ist auf das Gründlichste recherchiert. Vor allem macht es endlich einen Bereich des medialen und gesellschaftlichen Lebens kritisch zum Thema, der der Autonomie am fernsten und der Manipulation am offensten steht. Längst hat die akustische Umweltverschmutzung das Recht auf akustische Selbstbestimmung kassiert. Aus Musik wird Gewalt. Musikalischer Lärm ist Gewalt. Eine Pionierarbeit.”

 

 

Das Dritte Ohr – Vom Hören der Welt

Joachim-Ernst Berendt, rororo transformation

 

 

„Wenn Papageno für Elisa einen Feuervogel fängt.“

Martin Geck, Rowohlt Verlag, 16,90 €

 

 

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Presse

 

Abschrift aus: „Der Antirüpel, jg. 1910/1911, S. 25

 

„Juristischer Teil. – Neuer Präzedenzfall – Grammophonmusik ist strafbar.

Sind Grammophone ruhestörend? Mit dieser wichtigen Frage hatte sich die achte Strafkammer des Landerichs 1 Berlin (Landgerichtsrat Ulbrich) zu beschäftigen. Im Gegensatz zu einer früheren Entscheidung bejahte sie die Frage. Angeklagt waren die Musikautomatenhändlerin Hedwig Finger und deren Geschäftsführer Reuper aus der Griebenowstraße. Die hatten am 19. Mai v. J. an einem Tage, an dem der Zehn-Uhr-Ladenschluss zugelassen war, in der nach der Straße belegenen Wohnung bei geöffneten Fenstern nach 9 Uhr abends einen Automaten spielen lassen. Nach Angabe des zuständigen Polizeileutnants war der Schall des Instruments über 100 m weit zu hören. Der Beamte forderte den Geschäftsführer Reuper auf, die Fenster zu schließen, was Reuper ablehnte. Ein Schutzmann hatte auch keinen Erfolg. Gegen den –darauf wegen ruhestörenden Lärms und Nichtbefolgung einer polizeilichen Anordnung erlassenen Strafbefehl über 5 Mk. beantragten die beiden richterliche Entscheidung. Das Schöffengericht verneinte die Frage nach ruhestörendem Lärm und trat einer Gerichtsentscheidung, bei, wonach ein im Zimmer aufgestellter Musikautomat, selbst wenn das Fenster geöffnet sei, nicht als ein Lärmerreger auf der Straße anzusehen sei. Die Staatsanwaltschaft (Staatsanwalt Dr. Klee) legte gegen dies Urteil Berufung ein. Das Landgericht nahm nun, wie gesagt, ruhestörenden Lärm an und verurteilte beide Angeklagte kostenpflichtig zu je 3 Mk. Geldstrafe. Es komme, so führte der Vorsitzende aus, bei der Frage des ruhestörenden Lärms lediglich darauf an, ob Publikum, das über normale geistige Kräfte verfüge, in seiner Allgemeinheit belästigt werden könne, was zweifellos bei geöffneten Fenstern durch Grammophonmusik, die 100 m weit zu hören sei, der Fall sei. – Nach diesem Urteil hätte unseres Erachtens die Polizei aber vor allem gegen durch die hölzerne Radrennbahn im Alten Botanischen Garten verursachten Lärm einschreiten müssen. Es ist schade, dass die dortigen Anwohner die Sache nicht zum gerichtlichen Austrag gebracht haben.“

 

 

Abschrift einer Notiz in DIE ZEIT vom 4. Juni 2009 auf Seite 31 "Wissen":

 

"Klangtapeten - Der Akustikmüllberg wächst.

Das Jahr begann mit einer guten Nachricht: Am 10. Februar meldete die US-Firma Muzak Konkurs an. Muzak - das ist ein Synonym für das Gedudel, das in Fahrstühlen und Einkaufszentren akustisch die Luft verschmutzt.. Früher produzierte Muzak seine Klangtapeten selbst, zuletzt vertrieb die Firma nur noch bereits existierendes Material.

Nun haben wir ja in den vergangenen Monaten gelernt, dass ein Bankrott nicht gleichbedeutend mit dem Tod ist, und so wird Muzak wohl ebenso weiterleben wie manche Automarke. Die wirklich schlechte Meldung aber kommt aus Spanien: Dort haben Forscher ein Computersystem entwickelt, das Hintergrundmusik selbstständig komponiert - der Nutzer muss nur Stil und Stimmung eingeben, und es ergießt sich eine wiederholungsfreie Klangsoße, für die nicht einmal Lizenzgebühren fällig sind. Solche Entwicklungen sind es, die sogar die Wissen-Redaktion dieser Zeitung in die Technikfeindlichkeit treiben können.
Christoph Drösser

 

 

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Brevier, Daten, Informationen

 

 

Der erste deutsche Antilärmverein wurde vor 104 Jahren gegründet

Vor 100 Jahren, im Jahre 1908, wurde in Hannover durch den Kulturphilosophen Prof. Theodor Lessing der erste deutsche Antilärmverein (Lärmschutzverband) gegründet. Das Vereinsorgan war „Der Antirüpel“ – (Recht auf Stille) – Monatsblätter zum Kampf gegen Lärm, Roheit und Unkultur im deutschen Wirtschafts-, Handels- und Verkehrsleben.

 

Prof. Theodor Lessing ist in Marienbad in der Villa Edelweiß von nationalsozialistischen Sudenten ermordet worden. Er war Jude, Intellektueller und gegen Rüpel.

 

„Der Lärm. Eine Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens“, Theodor Lessing, Wiesbaden: J.F. Bergmann, 1907 (Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens).

Ky 16985-54

 

 

Annual international Noise Awareness Day

17th Annual International Noise Awareness Day, Wednesday April 25th, 2012

 

“On Wednesday April 25th , 2012, the 17th annual International Noise Awareness Day was observed throughout North America und in many other countries around the world, coordinated by the Noise Center of the New York League for the Hard of Hearing. Locally, members and supporters of the Right to Quiet Society distributed leaflets in Vancouver and other places to raise awareness about the ever increasing level of noise pollution in our environment. …” Right to Quiet Society, www.quiet.org, Vancouver BC, Canada. See also www.tag-gegen-laerm.de

 

 

New York kämpft gegen den Lärm

(aus „Lärm-Report“ 4/97, des Deutscher Arbeitsring für Lärmbekämpfung eV DAL)

 

„In der Stadt, die angeblich nie schläft, erleben die Lärmverursacher nun ein böses Erwachen. Der Stadtrat der US-Metropole beschloss eine Ruhe-Verordnung mit drastischen Strafen für rücksichtslose Lärmer.

 

New York, eine ewig lärmende Metropole, wie in Reiseberichten zu lesen ist, in der immer ein Presslufthammer die Umgebung erschüttert, ein Müllwagen dröhnt, eine Autoalamanlage heult, eine Klimaanlage brummt, Sirenen jaulen, Disco-Sound die Straßenakustik bestimmen, bittet seine Bürger jetzt laut und deutlich um Ruhe. Der Rat der Stadt beschloss drastische Strafen für Lärmverursacher, die keine Rücksicht nehmen.

 

34 Lärminspekteure des neuen Umweltschutzamtes sollen in Zukunft die Geräuschentwicklung beobachten und ggf. drakonische Bußgelder verhängen. Wiederholungstäter müssen bei Verstößen mit doppelten, beim dritten Mal mit der dreifachen Bußgeldsumme rechnen. Ein Hund der nicht aufhört zu bellen, kostet 525 Dollar. Ein Motorradfahrer, der seiner Harley-Davidson nicht die Flüstertöne beibringt, sogar 4.200 Dollar. Ja, ein Barbesitzer, der seinen Gästen das Grölen nicht abgewöhnt, soll eine Strafe von 24.000 Dollar zahlen.

 

Natürlich gab es lautstarke Proteste gegen diesen Beschluss. Aber New York wäre nicht New York, wenn seine Politiker ein so umstrittenes Thema im Rat leise über die Bühne gebracht hätten. Als einige Mitglieder die Verordnung kritisierten, wurde es im Ratssaal plötzlich laut. Ein Demokrat aus Brooklyn erhob sich und fluchte lauthals über einen Nachbarn, dessen heulende Auto-Alarmanlage ihm den Nachtschlaf geraubt hatte. „So ein Blödmann", rief er, ""kann man gar nicht hart genug bestrafen“. Übrigens:

Der „Noise Awareness Day“ ist inzwischen in den USA zu einer festen Einrichtung geworden.“

 

 

„Platz da!“

aus Der Tagesspiegel – S5 – 31. Dezember 2005

„Zu Silvester gehört er den Betrunkenen, die hier im Brunnen baden. Doch dieser Platz ist viel mehr. Hier feiert und trauert Großbritannien. Trafalgar Square ist das Herz der Nation. ...

Friedlich und heiter, so könnte man die Atmosphäre auf dem neuen Platz beschreiben. Wenn - ja, wenn nicht dauernd Zirkus wäre. Neulich zum Beispiel fand hier die Snowboardmeisterschaft statt, riesige Pisten versperrten den Platz, die Begleitmusik war so ohrenbetäubend, dass die Anwohner sich nicht mehr unterhalten konnten, der Auf – und Abbau dauerte ewig. ...“

 

 

„Lungenkollaps durch Musik“

Extrem laute Musik kann zu schweren Lungenverletzungen, dem Kollabieren der Lungenbläschen (Pneumothorax), führen, berichten Forscher der Freien Universität Brüssel jetzt im Fachmagazin "Thorax". Sie hatten drei junge Männer behandeln müssen, die während eines Konzerts extrem lauter Musik ausgesetzt waren; ein vierter erlitt die Verletzung durch eine leistungsfähige Musikanlage im Auto. Besonders Bassfrequenzen seien gefährlich." - ddp – Oktober 2004

 

 

„Wale schreien gegen Motorenlärm an“

San Francisco/London (dpa). Schwertwale schreien mit besonders langen Rufen gegen den lauter werdenden Motorenlärm von Walbeobachtungsbooten an. Das hat ein britisch-amerikanisches Forscherteam durch Tonmessungen bei drei Orca-Familien vor der amerikanischen Westküste nachgewiesen. Sie verglichen die Länge der Rufe, mit denen sich die Wale oft über Kilometer hinweg mit ihren Artgenossen verständigten.“ – Lärmreport 04/2004

 

 

„Musik bis die Windschutzscheibe ausbeult“

In den USA kursieren die „lautesten Autoradios“: Monster-Anlagen, die für 27.000 $ mit 154,7 dB und 42 Lautsprechern im Wagen Donner auf Rädern produzieren. Bürger glauben, ein Erdbeben oder einen Bombenabwurf zu erleben. Die Jugendlichen wollen „Krach schlagen“.

 

 

Folter

Offiziell gelten „exzessive“ und „continuous noise“ als Folter. Auch in Guantanamo werden Gefangene der USA unter anderem mit exzessiver und anhaltender Musik gefoltert.

 

 

Erklärung

 

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 – „Haftung für Links“ hat das Landgericht Hamburg entschieden,
dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der verbundenen Seite gegebenenfalls mitzuverantworten hat.
Das kann nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert:
Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten aller auf meinen Websitz hinweisenden Seiten
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Diese Erklärung gilt auch für alle auf meinem Websitz benannten Links und für alle Inhalte der Seiten,
zu denen die bei mir veröffentlichten Banner und Links führen.

 

 

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